Wie Kommunen mit dem radioaktiven Edelgas Radon umgehen

Bei Radon handelt es sich um ein geruchloses, unsichtbares und radioaktives Edelgas, das vor allem an Berghängen aus der Erde tritt. Analysen zufolge ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Freigesetzt wird es teilweise über die luftgefüllten Porenräume der Gesteine und Böden transportiert. Das Krebs auslösende Edelgas kann über Kabel- und Rohrdurchführungen, undichte Fundamente oder Risse im Mauerwerk aus dem Boden in das Gebäude gelangen.

Radonkonzentration in der Bodenluft in einem Meter Tiefe

Radonkonzentration in der Bodenluft in einem Meter Tiefe
(Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz)

Der Bürgermeister der Gemeinde Schneeberg empfiehlt Belüftungsmaßnahmen. Der Bürgermeister der Nachbarstadt Aue erklärt, dass die Verdünnung von Radon durch eine zwei bis drei minütige Lüftung sehr schnell eintritt. Mit Stellungnahme eines Umweltrechtsexperten bei der Großkanzlei DLA Piper sollten Kommunen vor Baubeginn überprüfen, ob Radon in den zu bebauenden Grundstücken vorhanden ist. Die Kommune in Wuppertal ist seit der Messung von Radonkonzentrationen in mehrere Gefahrenzonen eingeteilt. Sie führt alle fünf Jahre Wiederholungsmessungen durch die bis zu zwei Wochen dauern können.

Obwohl Häuser und Räume heute so abgedichtet werden können damit kein Radon eindringen kann, gibt es Probleme mit energetisch sanierten Gebäuden. Bei einer Effektiven Wärmeisolierung ist ein Luftaustausch zwischen Innenräumen und Umgebung weniger möglich. Bei energetisch sanierten Gebäuden muss dann sogar noch mehr gelüftet werden.

Ein Physiker vom Bundesamt für Strahlenschutz sagt, dass es derzeit keinen gesetzlich vorgeschriebenen Referenz- oder Richtwertgebe. Als Maximalwert für die Radonkonzentration fordert das Bundesamt für Strahlenschutz 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. In einigen Bundesländern beläuft sich die Radonkonzentration auf 300 Bq/m³. Die Referenzwerte entsprechen der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn, so der Experte.


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