Steigende Neubaukosten für altersgerechte Wohnungen

Aktuell sind rund 21 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland älter als 65 Jahre. Bis zum Jahr 2060 wurde in einer Statistik ein Zuwachs des gleichen Alters von nochmals ungefähr 13 Prozent ermittelt. Angesichts des demografischen Wandels ist ein höherer Haushaltsbedarf von zirka zwei Prozent bis 2025 errechnet worden.

Aufgrund der zunehmenden Zahl der älteren Menschen müssen Vermieter und Mieter mehr Geld in Neubaukosten von barrierefreien Wohnungen investieren. Zu den zusätzlichen Einrichtungskosten für Neubauten zählen unter anderem, breitere Türen für Rollstuhlfahrer, Fahrstühle und bodengleiche Duschen im Bad. Knapp zwei Prozent der bundesweit 41 Millionen Wohnungen sind auf einen Standard für behinderte und betagte Menschen ausgelegt. Neubauprojekte werden überwiegend in Wachstumsregionen geplant, da die Zuwanderung aus ländlichen Gebieten nach wie vor hoch ist. Nach Berechnungen der Studie Roland Berger sind die Neubaukosten geschätzt fünf Mal höher als die Sanierungsmaßnahmen für Wohnungen. Eine Expertin von Roland Berger erklärt dass Sanierungskosten attraktiver als Neubaukosten sind, auch wenn diese nicht eins zu eins auf die Mietpreise übertragen werden können.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) nimmt Stellung zum Thema Mangel an altersgerechten Wohnungen in Deutschland. In den organisierten Gesellschaften vom GdW sind etwa 5,7 Prozent der Wohnungen altersgerecht für einen Seniorenhaushalt ausgelegt. Das reiche längst nicht für die alternde Bevölkerung aus, so der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Der GdW-Präsident spricht auch von einer Überforderung der Leistungsfähigkeit von Mietern und Vermietern weil die Investitionen für Umbauten weit über dem üblichen Investitionszyklus liegen. Nach Meinung des Präsidenten sind verstärkte steuerliche Unterstützungen und Zuschüsse für Rentner mit niedrigem Einkommen  notwendig. Zudem sollten Bewohner aller Altersklassen ein geeignetes Wohnungs- und Serviceangebot erhalten.

Neben den Baumaßnahmen sind soziale Aspekte, die Einbindung in das Wohnumfeld und die Unterstützung von Städten und Gemeinden für altersgerechte Wohnungen zu beachten.  Mit den günstigen KfW-Krediten werden Vermieter, Mieter und Eigentümer beim Neubau von Wohnungen unterstützt. Die KfW Förderbank berechnete Durchschnittskosten in Höhe von zirka 16.800 Euro für eine Wohnung mit altersgerechter Ausstattung.

Staatliche Sozialsysteme können im Zusammenhang mit den Umbauten entlastet werden weil es weniger Umzüge in Pflegeheime gibt. Eine Studie des Bau-, Stadt- und Raumforschung  ermittelte eine jährliche Entlastung von rund drei Milliarden Euro pro Jahr. Bis 2030 kann die staatliche Pflegeversicherung mit den altersgerechten Umbauten knapp 3,5 Milliarden Euro einsparen.


© Copyright 2014 Baufinanzierungen.org. Dieser Artikel ist urheberrechtlich geschützt und wurde geschrieben für Baufinanzierungen.org

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *