Photovoltaik und Solarthermie: Für wen lohnt sich was?

Sowohl Mieter als auch Hauseigentümer stehen in den kommenden Jahren vor dem Problem der steigenden Kosten für Energie und Heizung. Viele Besitzer eines Eigenheims wollen deshalb durch die Installation von Anlagen für Photovoltaik oder Solarthermie die eigenen Kosten senken. Da die Dachfläche allerdings begrenz ist, kommt meist nur eine von beiden Techniken in Frage. Wir informieren Sie, welche Anlagen was leisten und für wen sich welche Art der Solarnutzung lohnt.

Solarenergie nutzen und Energiekosten senken

Photovoltaik oder Solarthermie: Was soll aufs Dach?

Photovoltaik oder Solarthermie: Was soll aufs Dach?
Foto: Florian Methe / pixelio.de

Das Problem ist allen bekannt: die Energiekosten für Strom und Heizung kennen nur eine Richtung und die führt nach oben. Nutzer von Ölheizungen mussten im Jahr 2012 bereits bis zu 16 Prozent mehr für die Wärmeversorgung zahlen, als im Vorjahr. Die Preise für Strom stiegen im gleichen Zeitraum im Schnitt um 3,6 Prozent. Auch nach der kommenden Heizperiode werden den Hausbesitzern wieder höhere Rechnungen ins Haus flattern und ein Ende der steigenden Preise ist nicht in Sicht. Da der Anteil der Kosten für Heizung und Strom an den Nebenkosten einer Immobilie immer größer wird, denken immer mehr Immobilienbesitzer über die Installation einer Anlage für Photovoltaik oder Solarthermie nach. Mit einer Photovoltaikanlage wird die Sonnenenergie zur Stromgewinnung genutzt, Solarthermie auf dem Dach nutzt die wärmenden Strahlen zur Wärmegewinnung und Speicherung.

Photovoltaik spült Geld für Strom in die Haushaltskasse

Photovoltaikanlagen benötigen etwa drei Mal so viel Platz wie eine vergleichbare Anlage für Solarthermie, die zur Versorgung einer Familie benötigt wird. Die Anschaffungskosten für Photovoltaik belaufen sich dabei auf ca. 10.000 Euro inklusive aller Kosten für Planung und Montage. Am besten rechnet sich die Anlage bei einer Süd-Ausrichtung der Dachfläche. Der Vorteil der Stromerzeugung auf dem eigenen Dach liegt dabei in der Möglichkeit, den eigenen Strom ins Netz einspeisen zu können und dafür einen festen Betrag zu erhalten. Dieser liegt derzeit bei 17 Cent pro Kilowattstunde. Die Folgekosten für die Versicherung und regelmäßige Wartung der Anlage müssen allerdings ebenfalls mit in die Rechnung einfließen. Ob man den erzeugten Strom dann selbst nutz oder diesen einspeist und den eigenen Strom günstiger woanders bezieht, kommt auf den eigenen Verbrauch und die Entwicklung der Abnahmepreise für Solarstrom und die Kosten für Strom aus dem öffentlichen Netz an.

Solarthermie zur Wärmeversorgung

Eine Anlage für Solarthermie erzeugt keinen Strom und die erzeugte Wärmeenergie kann auch nicht weiterverkauft werden. Hier geht es also nicht darum, mögliche Einnahmen zu generieren, sondern allein darum die erzeugte Wärme selbst zu nutzen und somit die eigenen Kosten zu senken. In den meisten Haushalten liegt der Anteil der Energie, die für die Wärmeerzeugung genutzt wird, bei etwa 80 Prozent. Das Einsparpotential ist also hoch. Zudem verfügen viele Häuser über veraltete Heizungsanlagen mit einer ineffizienten Wärmeerzeugung. Die Anschaffung einer Anlage für Solarthermie allein kostet dabei etwa 8.000 Euro. Soll diese aber mit einer neueren und effizienteren Heizungsanlage gekoppelt werden, die die erzeugte Wärme optimal nutzen kann, so steigen die Kosten und der Aufwand hier schnell an. Es muss außerdem beachtet werden, dass heutige Solarthermieanlagen nur etwa 30 Prozent der Wärmeversorgung eines Haushalts decken können. In den nächsten Jahren wird allerdings mit sinkenden Anschaffungskosten und höheren Wirkungsgraden dieser Technik gerechnet. Geht man allerdings von weiter steigenden Heizkosten aus, so rechnen sich die Anlagen auch heute schon, nicht zuletzt, da sie in den ersten Jahren weitgehend ohne Folgekosten auskommen.

Kosten durch Fördermittel senken

Auch Kombianlagen sind möglich, Experten sehen diese aber beim heutigen Stand der Technik als weitaus weniger effektiv und wesentlich zu teuer an. Hier muss man mit Kosten von mindestens 30.000 Euro rechnen. Beide Varianten der Solarnutzung werden allerdings auch staatlich gefördert. Wer in Photovoltaik oder Solarthermie investiert, bekommt von der kfw-Bank zinsgünstige Kredite und Fördergelder für die Errichtung seiner Anlage in Verbindung mit einer Baufinanzierung. Ob sich eine Investition in eine der beiden Techniken am eigenen Haus lohnt, kommt stark auf die Lage der Immobilie an. Sowohl die Ausrichtung der Dachfläche, als auch die Umgebung des Hauses beeinflussen die Intensität und Dauer des Lichteinfalls und dadurch auch die Effizienz der Anlagen. Die Entscheidung für oder gegen eine der beiden Solartechniken muss also individuell getroffen werden und hängt nicht zuletzt vom Budget des Hausbesitzers ab.


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