Neuregelung der Maklercourtage umstritten

Die Ankündigung der Neuregelung der Maklercourtage durch die zukünftige Bundesregierung ruft gemischte Reaktionen bei den betroffenen Parteien hervor. Der Deutsche Mieterbund freut sich über die milliardenschwere Entlastung der Mieter. Der Immobilienverband IVD klagt über die Gefährdung der Vertragsfreiheit.

Bestellerprinzip entlastet Mieter

Maklercourtage Neuregelung

Maklercourtage Neuregelung
Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Der Deutsche Mieterbund (DMB) begrüßte die in den Koalitionsverhandlungen entstandenen Pläne zur Anpassung des Maklerrechts. Künftig soll demnach derjenige die Maklerprovision tragen, der den Auftrag zur Wohnungsvermittlung erteilt. Dieses Bestellerprinzip gilt derzeit nicht. Gerade in den Großstädten beauftragen zwar die Vermieter Makler, um geeignete Mieter aus den Interessenten auszuwählen, bezahlen muss die Courtage von derzeit maximal 2,38 Nettokaltmieten aber meistens der neue Mieter. Lediglich in Gegenden mit Wohraumüberschuss zahle der Vermieter die Courtage selbst. Von der Neuregelung erwartet sich der DMB eine Entlastung der Mieter um 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Maklercourtage ist durch den Markt geregelt

Ganz anders sieht der Immobilienverband IVD die Pläne von Union und SPD, der Makler und Immobilienverwalter vertritt. Dieser sieht keinen Anlass für einen Eingriff in das bestehende Maklerrecht. Jens-Ulrich Kießling, Präsident des IVD, erklärte hierzu: „Der Markt steuert sehr gut, wer die Maklerprovision zahlt.“ Der IVD gab zu bedenken, dass beide Seiten von der Dienstleistung eines Maklers profitieren, auch wenn nur einer von beiden diesen beauftrage. In Ballungsräumen, wo der Vermieter den Auftrag erteilt, aber es üblich sei, dass der Mieter zahle, helfe der Makler dem Mieter häufig mit weiteren Dienstleistungen. Er verhandle beispielsweise mit dem vorherigen Vermieter über eine vorzeitige Aufhebung des Mietvertrages, um doppelte Mietzahlungen zu vermeiden. Das sei mit Verträgen, bei denen das Bestellerprinzip angewendet werde nicht vergleichbar.

Sach- und Fachkundenachweise dringend nötig

Positiv äußerten sich jedoch beide Verbände über die Einführung von Standesrichtlinien für Makler und Immobilienverwalter. Kießling hierzu: „Wir fordern schon seit Jahrzehnten, dass der Sach- und Fachkundenachweis gesetzlich verankert wird und so einheitliche Qualitätsstandards den Markt bestimmen.“ Der IVD-Präsident wies außerdem darauf hin, dass dem Verband angeschlossene Makler und Immobilienverwalter diese Nachweise schon seit langem erbringen würden.


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