Hohe Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kündigung

Banken verlangen bei vorzeitigen Kreditkündigungen von Baufinanzierungen laut einer Studie oftmals eine zu hohe Vorfälligkeitsentschädigung. Nach Auswertung der Verbraucherzentrale des Bundesverbands (vzbv) ist zu sehen, dass die Stornogebühren bei einer Baufinanzierung zwischen den Jahren 2007 und 2009 durchschnittlich ungefähr 4 Prozent des abgelösten Restkredits betrugen.

Verglichen dazu stiegen die Vorfälligkeitsentschädigungen für die Jahre 2012 und 2013 auf etwa 11 Prozent. Eine Teamleiterin der Verbraucherzentrale des Bundesverbands erklärt, dass durch erhöhte Vorfälligkeitsentscheidungen, existenzbedrohende Belastungen für Verbraucher einer Baufinanzierung entstehen können.

Bei finanziellen Engpässen neigen Kreditnehmer einer Baufinanzierung oftmals dazu, dass Eigenheim zu verkaufen. Gleichzeitig sind die Darlehensnehmer verpflichtet den Kredit für eine laufende Baufinanzierung vorzeitig zurückzuzahlen. Die Banken berechnen bei vorzeitigen Rückzahlungen der Kredite für Baufinanzierungen hohe Schadensersatzforderungen, bzw. Vorfälligkeitsentschädigung genannt. Der Schadensersatz von Banken errechnet sich aus den entgangenen Zinsgewinnen während der Festschreibungszeit. Zusätzlich sind die nicht zustande gekommenen, weiteren Verwaltungskosten sowie die ersparten Kosten für die Risikovorsorge der Bank ein Teil der zu leistenden Vorfälligkeitsentschädigung.

Ein Grund für die hohe Vorfälligkeitsentschädigung sind die am Markt vorhandenen, niedrigen Zinskonditionen für Baufinanzierungen. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere für den Effektivzins weiterhin unklar, da Finanzinstitute undurchsichtige Kreditkombinationen empfehlen. Deshalb kommt es in manchen Fällen zu nicht nachvollziehbaren Berechnungen die dann hohe Kosten für den Immobilienbesitzer verursachen.

In ungefähr 3.000 Fällen wurde analysiert, dass Immobilienbesitzer für eine Vorfälligkeitsentschädigung von rund 30 Millionen Euro aufkommen mussten. Etwa 40 Prozent der Fälle ergaben eine Differenz von mehr als 10 Prozent zwischen den von den Banken geforderten und den von der Verbraucherzentrale berechneten Vorfälligkeitsentschädigung. Weitere 20 Prozent der Fälle zeigen eine Differenz von zirka 20 Prozent. Für die restlichen 12 Prozent zeigt die Auswertung der Verbraucherzentrale des Bundesverbands eine Differenz von 30 Prozent.

Die Teamleiterin beim vzbv fordert hinsichtlich der Berechnungen von Vorfälligkeitsentschädigungen eindeutige Kündigungsregeln. Ebenso muss ihrer Meinung nach ein Schutz vor extremen Ausschlägen bei den Ausgleichsforderungen geschaffen werden.


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