Grunderwerbsteuer im Saarland steigt 2015

Das Saarland wird ab 1. Januar 2015 die Grunderwerbsteuer von derzeit 5,5 Prozent auf 6,5 Prozent erhöhen. Gemeinsam mit Schleswig-Holstein hat das Saarland damit zukünftig den höchsten Grunderwerbsteuersatz in ganz Deutschland. Die Bundesländer drehen immer häufiger an der Stellschraube der Grunderwerbsteuer, um mehr Einnahmen zu generieren.

Bis 2006 lag die Festsetzung der Grunderwerbsteuer beim Bund. Seit der Föderalismusreform können die einzelnen Bundesländer diese selbst bestimmen, und haben die Immobilienkäufer als sprudelnde Einnahmequelle für sich entdeckt. In Hessen gab es innerhalb der letzten eineinhalb Jahre bereits zwei Erhöhungen von 3,5 Prozent Ende 2012 auf nun sechs Prozent seit August 2014. Geplant war die Erhöhung eigentlich erst ab Januar 2015, die frühere Umsetzung sorgt aber frühzeitig für mehr Geld in der Haushaltskasse. Die Mehreinnahmen helfen bei der Einhaltung der Schuldenbremse, machen es aber gerade jungen Familien und solchen Immobilienkäufern, bei denen die Finanzierung bereits knapp kalkuliert ist, schwerer, Wohneigentum zu erwerben. Am günstigsten kommen Immobilienkäufer in Bayern und Sachsen davon. Hier wurde der 2006 geltende einheitliche Steuersatz von 3,5 Prozent bisher nicht erhöht.

Mehr Grunderwerbsteuer als Erbschaftsteuer

Gerade im Hinblick auf die steigenden Immobilienpreise stellt die Grunderwerbsteuer eine immer wichtigere Einnahmequelle für die Landeskassen dar. Bis 2009 lagen die Einnahmen durch die Erbschaftsteuer noch etwa auf demselben Niveau, wie diejenigen durch die Grunderwerbsteuer. Mittlerweile ist das Grunderwerbsteueraufkommen etwa doppelt so hoch, wie das der Erbschaftsteuer. Neben dem anhaltenden Immobilienboom ist das nicht zuletzt auch den steigenden Steuersätzen zu verdanken.

Einsparpotential bei der Grunderwerbsteuer

Wer bei der Grunderwerbsteuer sparen will, der sollte sich die Bemessungsgrundlage einmal genauer ansehen. Nicht immer muss der volle Kaufpreis einer Immobilie für die Berechnung der Höhe der Grunderwerbsteuer herangezogen werden. Nicht mit einbezogen wird der Wert des erworbenen Inventars. Hierzu gehören nicht nur Möbel, sondern beispielsweise auch Einbauküchen oder unter Umständen der Pool. Gibt es eine gewerblich genutzte Photovoltaikanlage, so muss diese ebenfalls nicht mit eingerechnet werden. Dient diese jedoch der Eigenversorgung, unterliegt sie voll der Grunderwerbsteuerberechnung.

Senkung des Kaufpreises hat auch Nachteile

Die Senkung des Kaufpreises durch Angabe von Inventarkosten ist jedoch nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Baufinanzierungen beziehen sich nämlich ebenfalls auch den Kaufpreis der Immobilie abzüglich des Inventars. Wird dieser nachträglich gesenkt, so steigt der Beleihungssatz der Immobilie und somit in der Regel auch der Zinssatz. Werden bestimmte Beleihungsgrenzen überschritten, so kann eine Baufinanzierung teilweise sehr teuer werden und die Einsparung bei der Grunderwerbsteuer durch Mehrkosten der Baufinanzierung deutlich übersteigen. Wer seine Baufinanzierung bereits unter Dach und Fach hat, sollte also den Kaufpreis nicht mehr nachträglich reduzieren.

Wir haben für Sie eine Tabelle mit einem Überblick der derzeitigen und geplanten Sätze der Grunderwerbsteuer in den einzelnen Bundesländern erstellt (Stand 28.10.2014):

Bundesland Grunderwerbsteuer Satz gültig ab
Baden-Württemberg 5,0 % 05.11.2011
Bayern 3,5 %
Berlin 6,0 % 01.01.2014
Brandenburg 5,0 % 01.01.2011
Bremen 5,0 % 01.01.2014
Hamburg 4,5 % 01.01.2009
Hessen 6,0 % 01.08.2014
Mecklenburg-Vorpommern 5,0 % 01.07.2012
Niedersachsen 5,0 % 01.01.2014
Nordrhein-Westfalen 5,0 % 01.10.2011
Rheinland-Pfalz 5,0 % 01.03.2012
Saarland 6,5 % 01.01.2015
Sachsen 3,5 %
Sachsen-Anhalt 5,0 % 01.02.2013
Schleswig-Holstein 6,5 % 01.01.2014
Thüringen 5,0 % 07.04.2011

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