EU-Richtlinie für Baufinanzierungen geplant

Das EU-Parlament plant die Verabschiedung der neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinie für diesen September. Banken, Versicherer und Kreditvermittler müssen mit umfangreichen Änderungen bei der Vergabe von Baufinanzierungen rechnen. Ziel der neuen Richtlinie ist eine Verbesserung des Verbraucherschutzes durch umfangreichere Beratungspflichten vor Vertragsabschluss einer Baufinanzierung.

Neuregelung bereits lange geplant

EU-Parlament

EU-Parlament verabschiedet Richtlinie zu Baufinanzierungen
Foto: rakoellner / pixelio.de

Bereits seit einigen Jahren geistert die Neuregelung der europäischen Richtlinien zu Wohnimmobilienkreditverträgen durch das Europäische Parlament. Der Wirtschaftsausschuss der Europäischen Union (ECON) hatte bereits im Jahr 2012 seine positive Einstellung gegenüber den in Deutschland üblichen Festzinskrediten bekräftigt. Nach den letzten Kompromissen und einer erneuten Stellungnahme des ECON steht die Wohnimmobilienkreditrichtlinie für Baufinanzierungen nun kurz vor ihrer Verabschiedung durch das EU-Parlament.

Verbraucher sollen geschützt werden

Insgesamt ist das Hauptziel der Richtlinie die Stärkung der Verbraucherrechte, die Produktvielfalt der Baufinanzierungen bleibt hingegen weitgehend unangetastet. Neu ist die Vereinheitlichung der Berechnung des effektiven Jahreszinses sowie eine Regelung zum Thema vorzeitige Rückzahlung von Baufinanzierungskrediten. Auch die Anforderungen an die Beratung steigen mit Inkrafttreten der Richtlinie. Kreditvermittler müssen zukünftig ihre Kompetenz in Sachen Baufinanzierung durch ein Zertifizierungsverfahren nachweisen. Auch die Anforderungen an die vorvertragliche Informationspflichten steigen. Es ist anzunehmen, dass im Anschluss an das Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie vermehrt mit Prüfungen von Kreditgeschäften im Bereich Baufinanzierungen durch die Finanzaufsichtsbehörde Bafin zu rechnen ist.

Noch zwei Jahre bis zum Inkrafttreten

Die Richtlinie muss allerdings nach ihrer Verabschiedung durch das EU-Parlament zunächst in nationales Recht übertragen werden. Dies kann nach Meinung von Experten bis zu zwei Jahre dauern. Für Banken, Versicherer und Kreditvermittler ist dies allerdings kein Grund, sich mit der Umsetzung der anstehenden Richtlinie viel Zeit zu lassen. Die Erfahrung mit dem Inkrafttreten der Verbraucherkreditrichtlinie von vor drei Jahren hat gezeigt, dass nur eine gezielte und frühzeitig geplante Umsetzung vor Wettbewerbsnachteilen schützen kann.


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