Bundesnetzagentur: Breitbandanschlüsse für alternative Netzbetreiber

Für den Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) und dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) sollen seitens der Bundesnetzagentur bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau mit Highspeed-Breitbandanschlüssen in ganz Deutschland geschaffen werden.

Die Bundesnetzagentur hat am 17. Juli 2014 entschieden, dass die Deutsche Telekom ihren Wettbewerbern ab 1. September 2014 bessere Zugangsmöglichkeiten bis zur „letzten Meile“ zur Verfügung stellen muss. Demnach können alternative Netzbetreiber ihre aktive Technik den Verbrauchern näher bringen, so dass über die verbleibende und dann um einiges kürzere Kupferstrecke deutlich höhere Bandbreiten erreicht werden können. Nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen der Bundesnetzagentur und dem Oldenburger Netzbetreiber EWE TEL soll ein flächendeckender Breitbandausbau für Privathaushalte und Unternehmen in Deutschland folgen.

Mit den neuen Rahmenbedingungen wurden zahlreichen und regionalen Netzbetreibern neue und innovative Instrumente in die Hand gegeben, so BREKO-Präsident. Ländliche und unterversorgte Regionen werden dann mit einem schnellen Breitband versorgt.

Alternative Netzbetreiber können folgende Verbesserungen für einen beschleunigten Breitbandausbau in Anspruch nehmen:

  • Die Errichtung eines zusätzlichen Kabelverzweigers (KVz – die „grauen Kästen“ am Straßenrand) durch die Deutsche Telekom, wenn über den bislang vorhandenen Kabelverzweiger lediglich Bandbreiten von weniger als 30 MBit/s im Down- und 5 MBit/s im Upstream bei den angeschlossenen Haushalten realisierbar sind. Bisher musste die Telekom nur dann einen zusätzlichen KVz errichten, wenn weniger als 1 MBit/s (Down) beziehungsweise 128 kBit/s (Up) erreicht wurden – eine nicht mehr den politischen Zielen (u.a. 50 MBit/s für alle Haushalte bis 2018) Grenze.
  • Die Errichtung eines Schaltverteilers auf dem Hauptkabel zwischen Vermittlungsstelle und den nachfolgenden Kabelverzweigern durch die Deutsche Telekom außerhalb des so genannten „Nahbereichs“ rund um die Vermittlungsstelle (d.h. ab 550 Meter Hauptkabellänge). Bislang war dies nur dann möglich, wenn über die auf dem Hauptkabel folgenden Kabelverzweiger Haushalte nicht mit mindestens 1 MBit/s im Down- / 128 kBit/s im Upstream versorgt werden konnten.
  • Das Umlegen von Leitungen beziehungsweise Hausanschlüssen auf einen näher gelegenen Kabelverzweiger. Oft sind Haushalte aus historischen Gründen an einen weit(er) entfernten „grauen Kasten“ angeschlossen, obwohl später ein neuer und näher gelegener Kabelverzweiger im Ort errichtet wurde. Durch das Umlegen werden so in vielen Fällen deutlich höhere Bandbreiten möglich, ohne dass große und teure Baumaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Quelle: Behördenspiegel


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