Bauherrengemeinschaft: Gemeinsames planen und gestalten

Unter einer Bauherrengemeinschaft versteht man den Zusammenschluss von mehreren privaten Bauherren. Zu einer Baugruppe zählen Mitglieder, die das Projekt mit finanziellen Mitteln unterstützen. Voraussetzung für das Bauvorhaben ist die Einbringung eigener Interessen sowie ein Projektsteurer der das Bauprojekt leitet.

Vor der Bauphase ist ein Interessenaustausch der Mitglieder besonders wichtig, damit es im Nachhinein zu keinen Streitigkeiten kommt. Die Baugruppe muss sich also nach Abschluss der Planung über die Interessen der jeweiligen Mitglieder einig sein, damit hohe Kosten während der Bauphase vermieden werden können.

Ein Bauherr berichtet in einem Interview über das Projekt Greves Garten, bei dem sich mehrere private Bauherren zu einer Bauherrengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Gemeinsam hat die Baugruppe in dem Projekt Greves Garten in Bergedorf eine Vierfamilienwohnung gebaut. In dem Interview zum Thema Bauherrengemeinschaft erzählt der Bauherr, dass der Einzug in das Mehrfamilienhaus erst nach zehn Jahren nach Planung stattfand. Weiter heißt es dass die Baugemeinschaft weiterhin, auch nach Vollendung des Projekts in Kontakt geblieben ist. Auch haben sich Mitglieder der Baugruppe für einen gemeinsamen Urlaub auf Sylt angemeldet. In dem Interview sagt der Befragte, dass es wichtig ist im Kollektiv Entscheidungen treffen zu können. Vor allem müsse man Toleranz, Geduld und Großzügigkeit mitbringen, wenn man sich auf ein Bauprojekt einlässt.

In den meisten Fällen werden Bauherrengemeinschaften in den Ballungsräumen von Deutschland gegründet, weil es dort nur wenig bezahlbare Wohnungen gibt. In einer Gruppe können Entscheidungen über die Größe, Farbgestaltung, Qualität, Ausstattung sowie weitere Merkmale einer Wohnung getroffen werden. Wichtig ist auch dass das Gesamtbudget der Bauherrengemeinschaft die Kosten für das Projekt deckt. Zu Missverständnissen oder Kontaktverlusten kommt es dann, wenn sich zu viele Mitglieder an einem gemeinsamen Projekt beteiligen. Auch kann es zu einem langwierigen Prozess kommen, wenn alle Wünsche der Projektmitglieder berücksichtigt werden sollen.

Ein Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren warnt auch vor einem Architekt, der das Objekt betreut und gleichzeitig auch Initiator und Mitglied der Baugemeinschaft ist. Hier besteht die Gefahr, dass der Architekt versucht die Gruppe zu dominieren, in dem er die Vorstellungen der einzelnen Mitglieder nicht ausreichend berücksichtigt. Zu weiteren Konflikten kommt es, wenn der Planer und Initiator die Abrechnung macht. Damit kann er sich selbst kontrollieren. Nach Erfahrungen des Vorstandsmitglieds des VPB führt dies meistens zu Streitigkeiten in der Gruppe. Vor dem Gericht landen Baugemeinschaften dann, wenn der Architekt die Kosten überschreitet oder anstehende Termine nicht wahrnimmt. Zudem weigert er sich mit den Handwerkern zu verhandeln.

Zu den Vorteilen einer Bauherrengemeinschaft zählt zu einem eine ansprechende Architektur. Baugemeinschaften legen auch Wert auf eine Energie- und umweltfreundliche Bauweise. Die Kosten verringern sich, weil kein Makler oder Bauträger bezahlt werden muss. Die Kosten für den Materialeinkauf sinken, weil alle am Projekt beteiligt sind. Nach statistischen Berechnungen kann man gegenüber dem individuellen Bauen zwischen ca. 10 bis 20 Prozent sparen. Dies macht sich zum Beispiel bei den zu zahlenden Steuern bemerkbar. Auf den Grundstückpreis sind 3,5 Prozent Grunderwerbssteuer und 1,5 Prozent Notarkosten zu entrichten. Der Käufer einer Eigentumswohnung muss hier die Kosten vom Gesamtpreis der Immobilie bezahlen. Verglichen dazu zahlen Baugemeinschaften Steuern, die sich nur auf das Grundstück beziehen, weil das Haus erst später gebaut wird.


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